Einreise, Transport, Apps & Budget — der Planungsüberblick vor der Korea-Reise
KURZ ZUM REISEZIEL
Südkorea ist kleiner als man denkt — und dichter gepackt als man erwartet. Das Land verbindet Jahrtausende alte Tempelanlagen mit einer der modernsten Großstadtkulturen der Welt. Seoul im Norden, Busan im Süden, dazwischen historische Städte wie Gyeongju: Eine Rundreise lässt sich gut in zwei bis drei Wochen planen, ohne das Gefühl zu hetzen. Wer weniger Zeit hat, muss Abstriche machen — wir hatten 8 Tage und es war leider zu wenig.

Wir waren im November dort. Der Herbst ist eine ausgezeichnete Reisezeit: angenehme 15–20 Grad, kaum Regen, und die Tempel- und Parkanlagen leuchten in Orange und Rot. Wer lieber Strände will, ist im Sommer besser aufgehoben — Busan und Jeju Island bieten beides. Und für die Kirschblüte kommt man im April.
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WICHTIGE VORAB-INFOS
EINREISE & VISUM
Österreichische und deutsche Staatsbürger reisen visumsfrei ein — für Aufenthalte bis zu 90 Tagen ist kein Visum nötig. Die K-ETA (elektronische Einreisegenehmigung), die eigentlich Pflicht wäre, ist für Österreich und Deutschland derzeit ausgesetzt. Das Justizministerium hat die vorübergehende Befreiung verlängert — sie gilt bis zum 31. Dezember 2026, im Rahmen des „Visit Korea Year“. Wir haben deshalb 2024 für die Einreise nichts gezahlt.
★ WICHTIG — WENN DIE BEFREIUNG AUSLÄUFT
Sollte die K-ETA-Pflicht nach 2026 wieder greifen, kostet der Antrag 10.000 Won (ca. 6 -7 €), plus eine kleine Online-Zahlungsgebühr. Beantragt wird sie ausschließlich auf der offiziellen Seite k-eta.go.kr — Drittanbieter können Aufschläge verlangen. Vor der Reise unbedingt den aktuellen Stand prüfen.
★ WICHTIG — E-ARRIVAL CARD
Seit Februar 2025 gibt es ein elektronisches Einreiseformular (e-Arrival Card), das gebührenfrei innerhalb der drei Kalendertage vor der Einreise online eingereicht werden kann. Papierformulare werden von Fluggesellschaften oft nicht mehr verteilt — also besser vorab online erledigen.
ANREISE
Wir sind mit Korean Air von Wien direkt nach Seoul Incheon geflogen — rund 10 Stunden, sehr angenehm. Service und Komfort waren gut, wir würden die Airline weiterempfehlen. Der Flug hat uns ca. 550 € pro Person gekostet (Buchung 2024, Hin & Rück).
Alternativ gibt es Verbindungen mit Umstieg über verschiedene Hubs, oft günstiger.
STECKDOSEN & ADAPTER
Gute Nachricht für Österreicher und Deutsche: Einen Adapter braucht man nicht. Südkorea nutzt dieselben Steckdosentypen (C und F) wie bei uns — die Stecker passen ohne Zwischenstück. Die Spannung liegt bei 220 Volt (bei uns 230), das ist aber für Ladegeräte, Laptops und Kameras irrelevant.
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INTERNET & NAVIGATION
Südkorea hat wahrscheinlich eines der besten Mobilfunknetze weltweit. In Seoul und allen größeren Städten gibt es 5G flächendeckend — Verbindungsprobleme hatten wir nie.
ESIM — UNSERE EMPFEHLUNG
Wir haben die eSIM von Maya genutzt: 15 Tage unlimitiertes Datenvolumen kosten aktuell ca. 30 €. Die Aktivierung ist einfach — man kann alles schon zu Hause einrichten und einen Starttermin wählen, sodass die eSIM erst ab dem Reisetag aktiv wird.
★ TIPP — MIT EINER eSIM FÜR ZWEI
Wir haben Geld gespart und nur eine eSIM gekauft, die zweite Person hat sich per Hotspot verbunden. Das funktioniert, aber: Unbedingt ein Paket mit unlimitiertem Datenvolumen wählen und vorher prüfen, ob Hotspot überhaupt erlaubt ist — bei manchen Anbietern und Paketen ist das ausgeschlossen.
★ WICHTIG — KEIN GOOGLE MAPS
Google Maps ist in Südkorea zwar erreichbar, liefert aber fehlerhafte Ergebnisse — falsche Routen, fehlende Orte. Das haben wir leider erst nach einigen Umwegen gelernt.
Die zwei Apps, die man stattdessen braucht:
- Naver Maps — Die zuverlässige Google-Maps-Alternative, mit englischer Suchfunktion, funktioniert für Fußwege und Autofahrten.
- Kakao Maps — Gute Ergänzung, besonders für den öffentlichen Verkehr: zeigt Metrolinien, Streckenplanung und Fahrkosten an.
ÜBERSETZEN & WÄHRUNGSRECHNER
Google Translate hat für uns völlig ausgereicht — einfach die Kamera auf koreanischen Text halten oder etwas einsprechen. Funktioniert gut, auch wenn die Übersetzung manchmal etwas holprig ist.
★ TIPP — WÄHRUNGSRECHNER OFFLINE
Koreanische Won-Beträge sehen auf den ersten Blick riesig aus (ein Kaffee für 2.000 Won klingt nach viel). Ohne App verliert man schnell den Überblick. Wir haben die App „Währungsrechner“ (App Store) genutzt — sie aktualisiert sich automatisch bei Internetverbindung und funktioniert auch offline mit dem zuletzt gespeicherten Kurs.
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TRANSPORT IN SÜDKOREA
DIE T-MONEY CARD — FUNKTIONIERT IM GANZEN LAND
Für den öffentlichen Verkehr haben wir uns eine T-money Card gekauft — eine wiederaufladbare Chipkarte, mit der man U-Bahn, Bus und sogar manche Taxis bezahlt. Einfach beim Einsteigen antippen, fertig. Wir haben die Karte direkt am Bahnhof in einem Convenience Store (CU oder GS25) gekauft und dort sofort aufgeladen. Die Karte selbst kostet etwa 2.500–4.000 Won (ca. 2–3 €) als einmalige Anschaffung, das Guthaben lädt man beliebig auf.

Praktisch: An allen U-Bahn-Stationen gibt es Automaten, wo man jederzeit den Restbetrag abfragen kann — beim Antippen an der Schranke wird das Guthaben ohnehin kurz angezeigt. Und: Die T-money Card, die man in Seoul nutzt, funktioniert ohne Änderung auch in Busans U-Bahn und Bussen.
★ TIPP — TRANSFER-RABATT
Wer innerhalb von 30 Minuten zwischen U-Bahn und Bus wechselt, spart den zweiten Grundtarif — der Fahrpreis wird stattdessen nach Gesamtdistanz berechnet. Wichtig: beim Aussteigen immer die Karte antippen, sonst gibt es den Rabatt nicht.
U-BAHN SEOUL
Das U-Bahn-Netz in Seoul ist hervorragend — alle Stationen und Durchsagen sind auch auf Englisch. Die einfachste und günstigste Art, sich durch die Stadt zu bewegen. Eine einzelne Fahrt kostet mit der T-money Card 1.550 Won (ca. 1,10 €), ein Einzelticket am Automaten 1.650 Won. Bei längeren Strecken kommen kleine Distanzaufschläge dazu.
U-BAHN BUSAN
In Busan ist die U-Bahn wie in Seoul auf Englisch beschriftet und problemlos nutzbar. Eine Fahrt kostet mit Transportkarte 1.300 Won für die ersten 10 km, plus 200 Won je weitere 10 km. Wir haben meist Einzeltickets oder Tagestickets gekauft.
★ TIPP — TAGESTICKET BUSAN
Wer mehr als vier Fahrten pro Tag plant, fährt mit dem 1-Tages-Pass für ca. 5.000 Won günstiger.
SEOUL → BUSAN: MIT DEM ZUG
★ WICHTIG — RECHTZEITIG BUCHEN
Am Wochenende sind viele Verbindungen bereits Tage im Voraus ausgebucht. Wir sind am Wochenende gefahren und viele Tickets waren schon weg. Zugtickets so früh wie möglich online buchen — der Verkauf startet einen Monat vor Abfahrt.
Die Zugverbindung ist gut ausgebaut, es gibt zwei Hauptoptionen:
- KTX (Hochgeschwindigkeitszug) — Die schnellste Variante: rund 2 Stunden 15 Minuten, ca. 59.800 Won (ca. 40 €) für einen Standardplatz.
- Langsamerer Zug (Mugunghwa / ITX) — Rund 5 Stunden, dafür günstiger: diese Option haben wir gewählt und ca. 30 € pro Person gezahlt.
Wir haben bewusst den langsamen Zug genommen, weil er günstiger war. Wer die 2,5 Stunden mehr in Busan gut gebrauchen kann, ist mit dem KTX besser bedient.
★ TIPP — AUCH MIT DEM BUS
Es gibt zusätzlich Fernbusse als günstigste Variante. Sie brauchen 4 bis 5 Stunden und kosten etwa 28.000–34.000 Won (ca. 20–24 €) — ungefähr die Hälfte des KTX-Preises. Achtung: Die T-money Card funktioniert NICHT für KTX oder Fernbusse — die Tickets separat buchen.
BUSSE — NUR MIT APP
★ WICHTIG
Beim Busfahren (in Seoul wie in Busan) wird es komplizierter. Haltestellen und Durchsagen sind oft ausschließlich auf Koreanisch. Kakao Maps parallel laufen lassen und mitverfolgen, wo man gerade ist — sonst verpasst man die Haltestelle. In der U-Bahn ist das kein Problem, da alles zweisprachig beschriftet ist.
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SPRACHE & KOMMUNIKATION
Wir sind durchgehend mit Englisch gut durchgekommen. In Seoul sprechen viele zumindest Grundenglisch, in touristischen Bereichen ist die Sprachbarriere kaum ein Problem.
Die Koreaner sind außergewöhnlich hilfsbereit — wenn wir in der Metro verloren wirkten, hat uns oft jemand aktiv angesprochen, ohne dass wir fragen mussten.
Ein paar koreanische Grundbegriffe werden mit echtem Enthusiasmus quittiert. Zumindest „Danke“ (감사합니다 — Gamsahamnida) lohnt sich zu lernen.
★ TIPP — BESTELLUNG PER TABLET
In fast allen Restaurants läuft die komplette Bestellung und Bezahlung über ein Tablet — auch in kleinen Lokalen. Man muss mit niemandem sprechen, wenn man nicht möchte. Für Reisende ohne Koreanischkenntnisse ist das tatsächlich eine Erleichterung.
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KULTUR & WAS MAN WISSEN SOLLTE
Ein paar Dinge, die wir erst vor Ort gelernt haben:
VERBEUGEN
Koreaner verbeugen sich zur Begrüßung und als Dankeschön — auch gegenüber Touristen. Ein leichtes Nicken als Reaktion wird geschätzt, man muss sich aber nicht verbiegen.
SCHUHE AUSZIEHEN
In vielen Tempeln und manchen Restaurants müssen die Schuhe vor dem Eintreten ausgezogen werden. Auf saubere Socken achten.
STÄBCHEN
Messer und Gabel sucht man in traditionellen Restaurants vergebens — auch zum Schneiden. Wer noch nie mit Stäbchen gegessen hat, sollte das vorher üben. Es lohnt sich.
KARTENZAHLUNG ÜBERALL
Bargeld haben wir kaum gebraucht. Vom Streetfood-Stand bis zum Restaurant — überall geht Karte. Für den absoluten Notfall ein paar Won dabei haben, aber es ist wirklich kaum nötig.
FOTO-STUDIOS
In Seoul und anderen Städten gibt es überall selbstbediente Foto-Studios — für ein paar Euro macht man dort professionelle Fotos von sich, mit Filtern, unzähligen Requisiten zum Verkleiden, und bei vielen sogar mit Makeup, Glätteisen und Haarstyling-Produkten. Man geht in die Kabine, fotografiert sich selbst, wählt Filter und druckt das Ergebnis aus. Das gehört zur koreanischen Alltagskultur — und macht Spaß.
SÜDKOREA
MENTALLY PACKED
Bevor der Koffer gepackt wird, ein paar Dinge, die die Reise besser machen:
🎬 FILME & SERIEN
„Parasite“ (2019) gibt einen guten Einstieg in die gesellschaftlichen Kontraste, die einem in Seoul begegnen — arm und reich auf engem Raum. „Squid Game“ oder K-Drama-Serien auf Netflix.
🍽️ REZEPT ZUM EINSTIMMEN
Bibimbap lässt sich gut zuhause vorkochen: Reis, verschiedenes Gemüse, ein Spiegelei, Gochujang-Paste. Einfach, sättigend, und man bekommt ein Gefühl für die koreanische Art zu essen — viele kleine Komponenten in einer Schüssel.
🗣️ KOREANISCH — DIE BASICS
- 안녕하세요 (Annyeonghaseyo) — Hallo
- 감사합니다 (Gamsahamnida) — Danke
🧠 KULTURELLE BASICS
Zwei Dinge vorab: In der U-Bahn wird leise gesprochen — Telefonate auf Lautsprecher sind ein absolutes No-Go. Und die vorderen (oft rosa) Sitze in der Metro sind für Ältere, Schwangere und Menschen mit Behinderung reserviert, auch wenn der Rest voll ist.
📸 WAS MAN VORHER ANSCHAUEN SOLLTE
Ein Blick auf Bilder der DMZ und ihre Geschichte lohnt sich, bevor man die Tour macht — das Erlebnis wird dadurch deutlich intensiver.
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BUDGET — GROBER ÜBERBLICK
Südkorea ist kein Billigreiseziel, aber auch kein teures. Unterkunft hat uns positiv überrascht: Über Booking.com ließ sich alles problemlos buchen, und die Preise waren deutlich günstiger als erwartet. Unser Schnitt lag bei rund 90 € pro Tag — zu zweit. Davon gingen etwa 25 € für Lebensmittel drauf, der Rest für Ausflüge und Transport.
| Flug (p.P., Hin & Rück) | 550 € | Wien → Seoul, Korean Air (2024) |
| eSIM (15 Tage, unlimitiert) | 30 € | Maya, 1 Person (Hotspot möglich) |
| Unterkunft Seoul (4 N., für 2) | 218 € | Hostel, über Booking.com |
| Unterkunft Busan (4 N., für 2) | 116 € | Hotel außerhalb, sauber & günstig |
| Zug Seoul → Busan (p.P.) | ca. 30 € | Langsamerer Zug |
| T-money Card | ca. 2–3 € | plus Guthaben |
| U-Bahn Einzelfahrt Seoul | ca. 1,10 € | 1.550 Won mit T-money |
| Ausflüge gesamt (für 2) | ca. 250 € | DMZ, Touren, Eintritte |
| Transport vor Ort (für 2) | ca. 90 € | U-Bahn, Bus, Stadtverkehr | Budget pro Tag zu zweit | ca. 90 € | davon ca. 25 € Lebensmittel |
EHRLICHE EINSCHÄTZUNG
WAS GUT WAR
- Eines der besten Mobilfunknetze weltweit — überall Empfang
- Kartenzahlung überall, kein Bargeld nötig
- Menschen außergewöhnlich hilfsbereit — auch ohne gemeinsame Sprache
- Unterkunft günstiger als erwartet, über Booking.com problemlos buchbar
- Tablet-Bestellung in Restaurants: stressfrei für Sprachunkundige
- Eine T-money Card für beide Städte — funktioniert landesweit
- November ideal: angenehme Temperaturen, Herbstfarben, weniger Touristen
WAS MAN WISSEN SOLLTE
- Google Maps ist unbrauchbar — Naver Maps und Kakao Maps vorher installieren
- Busse: Haltestellen nur auf Koreanisch — ohne App sehr schwer zu navigieren
- Zugtickets Seoul → Busan am Wochenende früh ausgebucht — rechtzeitig buchen
- 8 Tage sind zu wenig — beim nächsten Mal deutlich mehr Zeit einplanen
- Man braucht ein paar Tage, um sich zurechtzufinden — bei kurzer Reise einkalkulieren
FAZIT
Das Land ist unkomplizierter zu bereisen als erwartet — solange man ein paar technische Besonderheiten kennt, vor allem bei Navigation und Transport. Wer zum ersten Mal fährt, sollte mindestens zwei Wochen einplanen: Seoul allein rechtfertigt eine Woche, Busan und Umgebung mindestens weitere fünf Tage. Mit 8 Tagen (je 4 Nächte in Seoul und Busan) haben wir das Wichtigste gesehen, aber vieles blieb auf der Liste.
AUF EINEN BLICK
| Empfohlene Reisedauer | mind. 2 Wochen (wir: 8 Tage — zu knapp) |
| Beste Reisezeit | Herbst (Okt/Nov) · Frühling (Apr, Kirschblüte) · Sommer für Strände |
| Budget / Tag | ca. 90 € zu zweit (ca. 45 € p.P.) |
| Sprache | Koreanisch — Englisch reicht in Städten gut |
| Währung | Koreanischer Won (KRW) — Währungsrechner-App empfohlen |
| Must-App | Naver Maps + Kakao Maps (statt Google Maps) |
| Must-Do | DMZ-Tour · Tempelbesuch · Streetfood-Märkte · Foto-Studio |
| Must-Eat | Koreanisches BBQ · Tteokbokki · Hotteok · Corn Dog |
| Mentally Packed | „Parasite“ (2019) für den Gesellschafts-Kontext |
| Einreise | Visumfrei bis 90 Tage · K-ETA ausgesetzt bis Ende 2026 · e-Arrival Card vorab online |
| Unbedingt beachten | Zugtickets früh buchen · Naver/Kakao statt Google Maps · eSIM mit Hotspot teilen möglich |
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